Kurz mal ausgebremst

Samstag Morgen. Heute solls wieder einmal die Besteigung „meines“ Hausberges sein, 13k, ca. 400 hm. Ein paar Grad unter Null, schneebedeckte Wege, unbegangene Trails am Juranordhang. Bestes Laufwetter also, und die Sonne ist nicht weit.

 

Los geht’s! Locker – vorerst der Aare entlang.

 

Hier führen die Hundehalter der Stadt Aarau ihre Hunde Gassi……. und regelmässig will der Schäfer eines aufrechten Herrchens oder der grosse Schnautzer des netten Müssiggängers, manchmal die Dogge des sportlichen Schläfers an meinen Beinen schnüffeln, mich anbellen oder mitlaufen, weil Herrchen in der Arbeit mit dem lieben Vierbeiner nicht geschult ist.
Und jedes Mal das gleiche Spiel: „er macht nichts!“, „er will nur spielen“, jedes mal übernimmt Herrchen keine Verantwortung für sein geliebtes Haustier. Dass ich im Augenblick null Bock auf Hundekontakt habe, scheint Herrchen nicht im Geringsten zu interessiern. Er gedenkt in keiner Weise sich für das Verhalten seines geliebten Hundes zu entschuldigen ….. Im Gegenteil, wenn ich wohl etwas ungehalten darum bitte den oder die Hunde an die Leine zu nehmen darf ich mir verschiedenes anhören……. Auf 3 km drei unangenehme Hundekontakte. Mein Entscheid ist klar. Ich kaufe Pfefferspray!!

 

 

Endlich erreiche ich Bieberstein, ab hier geht’s aufwärts! Hier wird’s wohl zu anstrengend?! Einsame Trails, schneebedeckte Bäume, jungfräuliches Dasein. Die Spuren werden weniger, meine Stimmung verbessert sich, der Berg ruft.

 

Wadentief liegt der Schnee. Keuchend, mit Unterstützung meiner Stöcke stehe ich bald auf der Gislifluh. Im Norden der nichtsichtbare Feldberg im Schwarzwald, im Westen der Weissenstein bei Solothurn und im Süden Eiger Mönch und Jungfrau.

 

 

Was für ein Tag! Wie meistens beim Laufen beginnen meine Gedanken zu fliegen, von der Körperlichen Gegenwart hin zu fluiden Fezen aus Erinnungen und Träumen. Mein Leben, Erfahrungen erlebe ich als Reflexion meines gegenwärtigen Zustandes.

 

 

Westen
Wie schon oft begleitet mich die Frage nach meiner Authentizität:
Wer bin ich, wenn ich nicht der bin, der zu sein ich meine zu sein.

 

 

Norden
Bin ich ein reaktives Konstrukt meiner Erfahrungen. Wenn ja, bin ich gefangen in den Reaktionen welche ich nicht als solche zu erkennen vermag. Ich bin mehr als das! Bedingung ist, dass ich mir meiner Reaktionen, vor allem meiner unbewussten Reaktionen bewusst werde, mich differenziere, die damit verbundenen Emotionen im Kontext ihrer Entstehung fühle und daraus eine neue für diesen Augenblick angemessene Handlung einleite.
Downhill geht’s heute zur Sache. Mein Respekt vor dem Stürzen ist grad mal weg. Der Schnee liegt hoch genug. Ab geht,s ….. Einfach geil. Nix mit 75% Puls, knapp unter 90% sind’s! Bald erreiche ich die Asphaltstrasse. Da war doch vorhin noch Eis…. und schon liege ich, nein rutsche ich Kopf voran auf dem Bauch auf dem Eis….. Keine Verletzung. Und ab nach Hause.

 

 

Ausgebremst hat mich ein Tag später der Husten und der Schnupfen :-)))

 

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First post, ein Abenteuer in Aussicht

Ein intensives Jahr neigt sich dem Ende zu. Am Donnerstag 08.12.10 stellt mein Arzt bei mir eine ausgezeichnete körperliche Verfassung fest. Das Zeugnis ist die letzte Hürde für die Teilnahme am 100k del sahara http://www.100kmdelsahara.com/ . Ein Etappenlauf in vier Tagen über 105 km im südlichen Tunesien. Keep Reading