#33 Laos, Ruhe auf langen Strassen

Auf nach Laos

Knapp nach 6 Uhr fahre ich los. Als Frühstück muss ein halber Liter Süssgetränk ausreichen. Leicht hügelig ziehen sich die letzten 35 Kilometer in Vietnam in wechselndem auf und ab in Richtung der Grenze von Laos. Es regnet in Strömen.

Seitental in Richtung Vietnam
Wasser
Kalkberge

Zwei Stunden später stehe ich am vietnamesischen Grenzposten. Nach etwas Studium meines Passes bekomme ich den Ausreisestempel und radle los in Richtung Laos.
Wiederum geht’s zuerst viel hin und her, dann erhalte ich das Visa und endlich kann ich los.

Kaum über der Grenze entpuppt sich die Straße als etwa zu 30% Geröll und Matschpiste. Innerhalb einer Minute bin ich vollgespritzt und grau vor Dreck, genauso mein Papalagi und mein Gepäck.

Etwas mühsam entwickelt sich die Fahrt ins Tal. Dort wird die Straße besser fahrbar wird und schlängelt sich durch ein feuchtes nasses Gebiet welches teilweise von Hochwasser überschwemmt ist. Kalkberge steigen überall aus dem Wasser auf. Wie Kulissen scheinen die Berge aneinander gereiht zu sein.

In einer Kneipe esse ich gleich zwei große gute Portionen fettes großes essen!

Nach einer kurzen Fahrt bis zur Hauptstraße welche in Richtung Süden führt, finde ich ein Guesthouse mit einem kleinen See wo ich zwei drei Nächte bleibe.

„Sabaidee“ – Hallo

In Laos mit dem Fahrrad unterwegs zu sein ist einfach genial. Rita und ich haben bereits im Dezember 2017 Laos besucht und waren da schon begeistert ob der Menschen und der Landschaft.
Die Laoten zeigen sich ruhig und sehr freundlich. Fährst du in ein Dorf ertönt schon von weitem ein lautes: „Sabaidee!“ Ein lautes Hallo von allen Kindern welche dich sehen.

Der Verkehr ist erträglich vor allem nicht offensiv. Die großen Hauptstraßen verfügen über einen breiten asphaltierten Seitenstreifen auf welchem du relativ sicher unterwegs sein kannst.

Thailand Visa in Savannakhet

Solltest du ein Visa für Thailand benötigen dann bist du in Svannakhet genau richtig um deinThailand Visa einzuholen. Wenige Visaruns aus Thailand finden hier statt, so dass du nur sehr kurz beim thailändischen Konsulat anstehen musst und schon nach 26 Stunden dein Visa in den Händen hältst.

Mir gefällt es hier in Savannakhet außerordentlich gut, so dass ich meinen Aufenthalt um 4 bis 5 Tage verlängert habe. Ich lasse die Zeit vergehen, finde nun etwas Zeit meine Gedanken schriftlich zu ordnen und einfach so den Tag Tag sein zu lassen.

Budhistischer Tempel

 

Am Frühen Morgen

Die Strecke von Savannakhet nach Pakse 245 km. Früh starte ich und fahre recht zügig in Richtung Süden, begleitet von wunderschönen grünen leuchtenden Reisplantagen und vielen Kindern welche mich mit ihrem lauten Rufen von „sabaidee“ begrüßen.

Irgendwann bin ich im Flow werde dabei jedoch eingeholt von meinen Ängsten aus meinen Kindheitstraumata.
Plötzlich bin ich während der Fahrt schreckhaft und verängstigt und fühle mich komplett verunsichert während sich Gedanken und Emotionen aus der Vergangenheit schleichend aus dem Verdrängten und Unbewussten in das Bewusstsein der Gegenwart hochkochen.

Eine solche Reise wie wir es tun bringt einen nicht ausschließlich nur schöne, fröhliche Erinnerungen, sie spült auch die schlimmen und schmerzhaften Erfahrungen ins Bewusstsein, welchen du dich manchmal Tagelang kurbelnd stellen musst. Du hast nichts anderes zu tun

So fahre ich also ein paar Stunden gedankenverloren mit meiner Angst durch dieses wunderschöne Land.

Noch 160 Kilometer entdecke ich ein Guesthouse wo ich mich für eine Nacht einquartiere.

Champasak

Am 2. September erreiche ich Champasak. Ich checke im gleichen Guesthouse ein, wo wir letztes Jahr schon einige Tage verbraucht und erhalte das gleiche Zimmer und beschließe auf eine weitere Fahrt bis zu den 4000 Inseln zu verzichten.

Der Ort ist äußerst ruhig das Guesthouse liegt am Ufer des Mekongs. Das Fließen des Wassers wirkt auf mich wie das fliessen des Lebens.

Nachts schlafe ich schlecht, bin sehr unruhig zweifle an vielem, an mich selbst, an dem was auf der Erde durch Menschenhand geschieht.

Ritas Nähe fehlt mir. Der Austausch und unsere Diskussionen darüber wie das Leben funktioniert bedeutet mir sehr viel. Ist Rita in meiner Nähe fühle ich mich ganz. Ihre sonnige im Gegensatz zu mir eher unbeschwerte Art mit dem Leben umzugehen bringt viel Sonne in mein Leben.

Während der letzten 2 Monate sind zwei mir nahestehende Menschen gestorben. Ein befreundetes Ehepaar auf Radreise wurde anlässlich eines Terroranschlags angegriffen. Er wurde ermordet und sie wirde durch Messerstiche schwer verletzt.
Ein sehr guter Bekannter stirbt an einem Hirnschlag.

Die Vergänglichkeit des Lebens, der abrupte Verlust von liebgewonnenen Freunden und die allgegenwärtige Möglichkeit geliebte Menschen innerhalb von Sekunden duch den Tod zu verlieren, löst in mir einmal mehr vielfältige Emotionen aus.

Nicht verarbeitete Erfahrungen und Erinnerungen drängen mit viel Macht in mein Bewusstsein. Manchmal fühle ich mich darin gefangen und ausgeliefert, voller Trauer, Wut und Angst, manchmal Depression und Schmerz.
Andere Male fühle ich mich ganz nah dabei, verbunden, mitfühlend. Andere Male erfahre ich mich emotional komplett abgeschnitten, als ferner Betrachter und Analytiker, ohne jegliche Emotionen, kalt, emotionslos analysierend und kommentierend.

Viel Zeit um nach zu denken.

Neun Nächte bleibe ich in Champasak. Das Fließen des Mekong Rivers wirkt beruhigend. Es gibt nichts zu tun, einfach sitzen und die Zeit Zeit sein lassen.

Mekong Hinterland

 

Mekong River

 

Fährfahrt zur Hauptstrasse Nr. 13

 

Am 9. September verlasse ich Champasak mit dem Ziel nach Siem Reap zu fahren. Ich starte morgens kurz vor Sonnenaufgang nehme ich die Fähre über den Mekong River. Bald rolle ich auf der ruhigen Hauptstraße durch saftig grüne Reisfelder, Palmen und Bäumen. Alles ist grün leuchtend. Um die Reisfelder herum und in den Feldern weiden wunderschöne Büffel mit ihren riesigen Hörnern, oftmals liegen sie auch in einer großen braunen Pfütze, genießen wohl die Momente wo sie weniger von Insekten belästigt werden. Ziegen, Kühe, Schlangen, Hühner Gänse Schweine und Büffel sowie Hunde und Ziegen, alles befindet sich auch auf den Straßen.

Kambodscha

Am zweiten Tag ab Champasak, erreiche ich Kambodscha. Beim Durchqueren des Zolls will der Zöllnerer von mir 2 $ für den Stempel. Ich sage nein und er gibt mir den Pass, Ich fahre zur kambodschanischen Zollstation. Als ich meine VISA einlösen will meint der Zöllner ich hätte keinen laotischen Ausreisestempel in meinem Pass.
Verärgeret die steige ich aufs Velo und fahre zurück zum laotischen Zoll. Der Zöllner will 2 Dollar. Ich sage ja, will jedoch eine Quittung. So geht das hin und her bis er dann doch einen Stempel andbringt.
Noch immer will er 2 Dollars. ich recke durch das kleine Fenster und reisse ihm den Pass aus den Händen. Ich fühle mich ziemlich angepisst.
Kurzum stehe ich wieder beim kambodschanischen Zoll. Dort werden mir fünf zusätzliche Dollar für das Visa aufgebrummt.
Somit stehe ich nach 9 Monaten wieder in Kambodscha.

Rückblick

Laos bleibt mir in sehr schöner Erinnerung.
– Die Menschen sind äusserst freundlich und lassen einen in Ruhe.
– Landschaftlich beeindruckend waren die Berge mit den Passstrassen,
– die langen Täler mit viel Wasser und den Reisfeldern und Plantagen geschmückt durch aufragende Kalksteinberge.
– die Flssfahrt auf dem Mekong River, zwar sehr touristisch bleibt landschaftlich unvergesslich.
– Selbst das Reisen während dem Monsun die Regenzeit ist recht gut möglich. dabei ist nur zu beachten was man idealerweise er höre früh starten sollte. Der Vorteil ist dass man viel Wasser besiegt und die Landschaft in fantastischem grün leuchtet.

Nun gilt es noch 400km zu fahren, dann treffe ich wieder auf Rita.


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