#24 Südostasien, olympische Winterspiele 2018 PyeongChang Korea

Unsere Fahrt zu den Olympischen Winterspielen in PyeongChang Korea, führt uns während dreieinhalb Monaten durch Südostasien wo wir am 10. Februar mit dem Flugzeug nach Seoul fliegen. Dort liegen weitere 200km in eisiger Kälte vor uns.

In Bangkok angekommen fahren wir zuerst nach Norden, nach Chiang Mai, wir nehmen uns Zeit, da wir uns von den Anstrengungen der Fahrt durch Zentralasien erholen wollen.

 

Südostasien

Unten ein visuelles Backflash unserer 4500 km Fahrt durch Thailand, Laos, Kambotscha und wieder nach Thailand. Unsere Strecke findest du hier, und die statistischen Angaben hier.

 

 

Korea Olympische Winterspiele 2018

Unkompliziert landen wir in Seoul, wo wir von einer Warmshower-Familie ganz herzlich aufgenommen werden. Eine warme Wohnung, koreanisches Essen entspannte Gespräche lassen aus Unbekannten nahe Bekannte werden. Der Abschied fällt schwer, gerne würden wir länger bleiben.

Der straffe, eisige Wind welcher von Sibirien kommend über Korea streicht, lässt uns fühlen, dass hier wirklich Winter ist. Die Temperaturen befinden sich weit unter dem Gefrierpunkt.

Unsere Gastgeber in Seoul

Als wir losfahren wollen, stelle ich fest, dass der Befestigungsbügel meines Rohloff Schaltgriffes gebrochen ist. Ohne diesen ist schalten unmöglich, es ist Sonntag und in Seoul gibt es nur einen Rohloffmechaniker. Panik bricht aus. Dann fällt mir ein, dass ich vor längerer Zeit ein paar Rohrschellen gekauft und in meiner Werkzeugtasche habe.

Ruhe, nachdenken und geschehen lassen. – Dann habe ich eine Idee zur Lösung und 10 Minuten später habe ich den Schaden behoben und kann wieder schalten.

Rohloffschaltgriff mit Metallschelle fixiert.

Wir fahren auf wunderschönen Radwegen und begegnen unterwegs ausschliesslich freundlichen, hilfsbereiten Menschen. Das Land beeindruckt uns durch seine Modernität, Sauberkeit und abwechslungsreichen, bergigen Landschaften.

Radweg, Fahrt aus der Millionenstadt Seoul

 

Radweg über umgestaltete Eisenbahnbrücke

 

Radwegbrücke mit LED Beleuchtung

 

Erste Übernachtung im Freien Frühmorgens mit Eistanz

 

Morgens ist alles gefroren, selbst das Wasser im Kochtopf und die Milch in der Tasse sind pickelhart. Kaffee und warme Kleider müssen genügen, dann folgt der lange Aufstieg über einen Pass.

Also fahren wir locker Richtung PyoengChang und freuen uns darauf, Mischa zu treffen. Beim vereinbarten Treffpunkt vor dem Hotel Phoenix stehen etliche Kameramänner, wir fahren vorbei und ich rufe locker: „Sälü Zäme!“ Und Rita hinter mir, ruft mir zu: „Da isch dr Mischa! Luäg!“

 

Phuuuu! Alle Kameras und Medienleute warten auf uns!

Leicht überfordert

Hier das Interview von 20 Minuten

Rita und ich sind bewegt und sprachlos. Die nächsten Tage werden wir mehrmals kontaktiert für weitere Interviews. Mein Wunsch in der Welt gesehen zu werden, wird in überwältigender Weise erfüllt. Ein kurzes googeln ergibt, dass selbst in China und Japan von diesem bärtigen Vater mit seiner Frau geschrieben wird, welcher 17’000km mit dem Rad an die olympischen Winterspiele nach PyeongChang gefahren ist um seinen Sohn bei den Aerials Wettkämpfen anzufeuern.

Ich bin völlig überwältigt, nie hätte ich damit gerechnet, dass diese Radreise solche Wellen schlägt. Dass ein Artikel in der Aargauer Zeitung erscheinen würde, wusste ich, aber alles Weitere war jenseits meiner Vorstellung und Phantasie.

Ja, es ist ein schönes Gefühl so viel Zuwendung und Aufmerksamkeit zu erfahren. Rita und ich geniessen es und erfreuen uns an dem Tumult sowie der vielen schönen Rückmeldungen und Nachrichten, welche wir von unseren Freunden und Bekannten erhalten.

Helden

Trotz all dem bin ich der Meinung, dass unsere Radreise an sich nicht wirklich etwas Besonderes ist. Es ist für viele Menschen etwas Besonderes, weil sie sich nicht trauen ihre Träume umzusetzen um ihr sicheres Leben zur Verwirklichung ihrer Träume, aufs Spiel zu setzen. Ihre nicht gelebten Träume werden dann oft auf andere projiziert. Würden wir alle unsere Träume auf lebensbejaender Weise leben, gäbe es wesentlich weniger Probleme auf dieser Welt.

Für Rita und mich sind diejenigen Menschen wirkliche Helden und beachtenswert, welche jeden Tag aufs Feld gehen um dort schwer zu arbeiten um am Abend etwas Essbares für ihre Kinder und Familie auf den Tisch zu bekommen.

Was wir hier tun ist primär Befriedigung unserer Selbstverwirklichung.

Meine letzten Worte

Ich wurde bei den Interviews ein paar mal gefragt; welches meine letzten Worte wären welche ich meinem Sohn für den Wettkampf noch sagen will. Hier meinen Antwort:

„Lebe deine Träume, vor allem mache dich auf den Weg diese zu realisieren, riskiere Alles! Riskiere sogar den Job dafür!

Lass dich nicht aufhalten von all denjenigen welche dir erklären wollen, was gut oder schlecht für dich ist. Oder, dass die Realisierung deiner Träume viel zu schwer oder gar unmöglich ist, geh einfach deinen Weg!

Die echten Freunde werden dir treu bleiben.“

 

In einer Welt voller Konformität, Normen und Gesetze werden in Zukunft dringend Menschen benötigt, welche sich diesen nicht beugen und gewillt sind ihren eigenen Weg zu gehen.

 

Und du, wie siehst du die Welt der Helden?


6 Comments

  • Wolfram Bach

    21. März 2018

    Hi Guido und Rita,

    Gratulation zu eurer tollen Tour.

    seid ihr schon wieder zurück in der Schweiz ?

    meldet euch mal.

    sonnige Grüße Wolfram

    ( der Weltenbummler aus D )

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    • Guido

      28. März 2018

      Hallo Wolfram
      Herzlichen Dank für deinen Kommetar. Ja, seit gestern sind wir in der CH.
      LG Guido

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  • Adam Choi

    21. Februar 2018

    I would like to personally get in touch with you to hear your cycling journey to Korea. Please be in touch with me.

    Reply
    • Guido

      22. Februar 2018

      You can get in touch with me with Facebook: Guido Huwiler

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  • Karo Berger

    19. Februar 2018

    Ihr seid meine Heldin und mein Held!
    Herzliche Gratulation und liebe Grüsse, Karo

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    • Guido

      22. Februar 2018

      Liebe Karin herzlichen Dank für deine Zeilen sie freuen uns wirklich sehr! Ganz herzliche Grüße an dich von Guido und Rita

      Reply

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