1. It’s play time!

 

It’s play time

Vier Monate sind seit unserer Fahrt zum Nordkapp vergangen. Nun heisst es wieder „It’s Play Time!“

Aufbruch: yssss, it’s Play time!

24.02.18 Tag Olten

Olten Holzbrücke

Es ist warm, es ist anstrengend. Rita hat Beinmuskel-Krämpfe einen Hungerast und Emotionen brechen hervor, Zweifel ob der geplanten Distanz tauchen auf. Zu sehr sind wir uns an unsere Kondition nach der Nordkaptour gewohnt. Das Gepäck, obwohl leicht und möglichst wenig, zieht an den kleinen Hügeln schwer nach unten. Der scharfe Gegenwind beisst sich an unseren Taschen fest und saugt ungefragt Energie aus unseren bereits müden Muskeln. It’s play Time oder

it’s pay time

„It’s Pay time?“

Heute fahren wir von Olten bis nach Boll wo wir bei meinem Bruder und seiner Familie übernachten dürfen.

In Burgdorf leicht zitternd, stürzen wir Zuckergetränk in uns hinein. Die Fahrt nach Krauchthal zieht sich wie ein alter, zäher Kaugummi, ewig in die Länge. Stark ist der Gegenwind welcher Rita das Atmen erschwert, an ihren Kleidern zerrt und sie regelmäßig schwanken lässt, dass sie dabei gelegentlich über die halbe Strassenseite pendelt.

Warm, anstrengend, Rita hat Krämpfe und einen Hungerast. Es scheint als wäre sie energetisch leergelaufen. It’s play time.

Im Lindantal nach Boll

Meine Beine brennen, beharrlich kurble ich weiter, es scheint als wäre alles grün, doch innen bin ich rot. Keine Ahnung weshalb – ist es Zorn, Trauer, Abschied nehmen? Immer wieder kreuzt mein Blogbeitrag von vor einigen Wochen durch meinen Kopf. Ist es einfach eine Emotion welche wieder verfliegt?

Herzlich ist der Empfang bei meiner Schwester, lustig der Abend und schon liegen wir im warmen Bett.

25.02.17 Bundesplatz Bern

Am Morgen geht’s zuerst zum VelopluIt’s Laden in Ostermundigen. Dort kaufen wir noch zwei wasserdichte Säcke. Diese werden bei Rita an die vorderen Gepäckträger montiert.

Danach geht’s weiter zu meiner Mutter wo wir uns gemütlich bei Kaffee verabschieden. Alle wissen, dass es nicht selbstverständlich, vor allem sicher ist ob wir uns in 15 Monaten wieder treffen. Sei dies weil auf den Strassen dein Leben nie sicher ist oder auch deshalb, weil meine Mutter die 80 Jahre schon überschritten hat.

Wie immer in meinem Leben freut sich meine Mutter wenn ich zu Abenteuern aufbreche. Zu wichtig ist ihr die Freude ihrer Kinder als ihr Bedürfnis, diese zu Hause zu wissen wo ihnen keine Gefahr drohen soll! Sie lacht und freut sich. Sie trägt den Schmerz des Abschiedes in ihrem Herzen.

Wir sitzen aufs Rad und rasen in Richtung Bern zum Bundesplatz wo wir Herrn Wiedmer für ein Fotoshooting ansprechen, ein Mann der den Bundesplatz durchquert. Wir erzählen begeistert, dass wir auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2018 nach Südkorea sind. Dort wollen wir meinem Sohn in der Skidisziplin “Aerials” anfeuern.

Bundesplatz Bern

Herr Wiedmer sagt spontan, dass er im Februar 2018 auch dort sei und wir uns dort eventuell treffen könnten. Cool, wir freuen uns!

Wir sind begeistert ob der neuen Bekanntschaft und machen uns weiter auf den Weg, Richtung Münsingen. Hier bleiben wir bis am nächsten Morgen bei meiner Schwester Carla wo wir ein geniales Nachtessen mit Wein und schönen Gesprächen geniessen.

26.02.18 Münsingen

Heute starten wir in Münsingen um 11:30 Uhr. Das Wetter ist kühl. Die Strecke führt uns über Thun bis nach Frutigen wo wir in den Zug steigen, um durch den Lötschbergtunnel nach Goppenstein ins Wallis zu gelangen.

Migros Visp

Kurzum sind wir im Rhonetal wo wir weiter nach Visp fahren. Dort übernachten wir wir zum ersten Mal bei Warmshower (ähnlich wie Couchsurfing, jedoch für Radreisende).

27.02.18 In der Nähe von Domodossola

25km südlich von Domodossola

Die erste Nacht im Zelt am selben Ort wo wir letztes Jahr bereits übernachtet haben. Die Temperatur fällt Nachts auf und unter null Grad. Am Morgen suchen wir als erstes ein WIFI wo ich ein paar Strassenkarten herunterladen wollen. Die Zeit nutzen wir auch um auf Facebook ein kleines Update zu machen.

02.03.17 Po Ebene

Die Fahrt durch die Po Ebene geht rasant. Die erste Reifenpanne. Wir haben Rückenwind. Als wir gestern nach der Anfahrt nach Bologna in ein langgezogenes Tal in Richtung Süden einbiegen, knallt uns ein scharfer Wind ins Gesicht.

Cremona Zentrum

Die Fahrt wird lang, sie führt mit immer stärkerem Gegenwind bergauf auf über 1000  Meter über Meer und von da aus, hinunter nach Florenz.

Camp Status

Unterwegs finden wir im engen Tal einen Trail, bestückt mit massig vielen Brombeerdornen, der zum Wildbach hinunter führt. Dort finden wir ein Plätzchen für unser Zelt. Um 18h30 schlafen wir wie zwei Murmeltiere.

Abfahrt in Richtung Pistoiao

Florenz begeistert uns mit seinem Flair und der Architektur, seiner Geschichte und der wunderschönen alten Brücke. Nicht zu vergessen der David des Michelangelo 😉

Ein Blick in die Statistik und in die Karte wo unsere Schlafplätze eingezeichnet sind gibt eine Übersicht über den Stand der Reise.

Die Reise geht weiter in Richtung Süden bis nach Rom……

Bis bald und herzlich, Guido und Rita


6 Comments

  • Jörn

    26. März 2017

    Es macht Spaß euch bei eurer Reise zu begleiten. Weiterhin gute Fahrt.

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    • Guido

      26. März 2017

      Danke Jörg! Alles Gute auch für dich!

      Reply
  • Jasmin

    9. März 2017

    Hallo, ich habe euren Blog gerade entdeckt und freue mich sehr drüber! Mein Freund und ich fahren im Sommer von Linz nach Rom, ich bin mal gespannt auf die Strecke, aber das ist ja nichts im Vergleich zu eurem Abenteuer! Ich wünsche euch alles Gute und viel Rückenwind 🙂 Jasmin

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    • Guido

      10. März 2017

      Hallo Jasmin,danke für die Zeilen. Auf deiner Reise wünschen wir dir alles gute und viel Spass!
      Meine ersten Fahrten fanden während 3 bis 4 Tagen in der CH statt. Bis ich das erste mal ins Ausland fuhr, hat’s etwas gedauert.

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  • Karin Spack

    4. März 2017

    Hey Ihr beiden, danke vielmals für diesen Bericht. Spannend, authentisch und faszinierend. Ich bin beim Lesen jeweils grad bei Euch. Fühle, geniesse und leide auch mit Euch. Von Herzen ein riesengrosses „Toi-toi-toi“!
    Herzlich Karin

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    • Guido

      4. März 2017

      Liebe Karin! Herzlichen Dank für deine Zeilen. Wir freuen uns wenn es dich mitführen und -leiden lässt.
      Herzliche Grüsse an dich und A
      Guido und Rita

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