6 Gründe weshalb ich in meinem Leben lange nichts geändert habe

Du willst in deinem Leben etwas ändern? Du willst einen Entscheid fällen? Du hast das Gefühl, dass du etwas los lassen solltest? In dieser Situation stecke ich immer wieder. Jedes mal, wenn etwas Grösseres auf mich zukommt, beginnt das ganze loslass Drama wieder von vorne.

Vielen, ja fast allen mir bekannten Menschen und Freunden geht es oftmals ähnlich. Die meisten wollen oder müssen irgend etwas verändern, müssen etwas „loslassen“ um zu etwas zu kommen was ihrem Herzen entspricht. Genau so erging es mir die letzten Jahre, vor allem die letzten Monate wieder und wieder.

Hier erfährst du sechs Gründe weshalb ich Monate brauchte bis ich etwas verändert habe.

Vor ein paar Jahren sass ich zu Hause in tiefer Einkehr auf meinem Meditationskissen. Nach geschätzten 2875 Stunden regungslosem Sitzen in Meditationshaltung hatte ich die Erleuchtung schlechthin: „Ich darf los lassen, dass ich loslassen muss.“ Das wars, Punkt und fertig.

Endlich hatte ich begriffen worum es bei meinem Loslassen geht!

Und das tat ich ab sofort! Von nun an hielt ich an allem fest so sehr ich konnte. Ich hielt fest an all den Gadgets die ich kaufte, hielt fest an all den Lauferfolgen die ich während der Jahre einlief, hielt fest an meinem Status im Job, ja versuchte diesen durch den Aufstieg in der Karriereleiter zu festigen. Hielt fest an meinem Job um damit mein Einkommen zu sichern. Festhalten war mein neues Kredo geworden.

Ich hielt besonders fest an all den Dingen die meinem Leben etwas mehr Glanz schenkten.

Ich strengte mich an. Wenn ich das Gefühl hatte dass mein Chef mir zu spüren gab, dass ich nicht gut genug war, strengte ich mich noch mehr an.  So sehr hing ich an meinem Job und auch daran wie mein Chef mich wahrnahm.

Weitere Monate und viele Sunden später auf meinem Kissen meditierend, wurde mir klar welche sechs Gründe es für mich gibt etwas nicht zu tun. Damit ich sie nie vergesse habe ich Sie in meinem Tagebuch notiert.

6 Gründe welche mich daran hindern meinem Herzenswunsch zu folgen.

1. Ich finde nie mehr einen Job.

Damit muss ich rechnen. Einen Job zu finden ist nicht einfach vor allem wenn ich dann zumal weit über 55 Jahre alt sein werde. Wer will noch einen „alten“ Mann, welcher eigensinnig ist, unangepasst, wild und seine Meinung vertritt?

Einen Job zu finden welcher auf meine Persönlichkeitsmerkmale zutrifft wird zum Abenteuer, redet mir mein Verstand ein. Niemand will jemanden wie mich. Garantiert niemand!

2. Wenn ich das tue was mir am Herzen liegt werde ich kein Geld mehr haben.

Dieses erbärmliche Gefühl nichts mehr zu haben, die unsägliche Angst zu verhungern weil ich kein Geld mehr habe, treibt meinen Geist zum Wahnsinn. Alles, aber auch jede Ausrede ist meinem Verstand recht, diese Gefühlslage nicht erleben zu müssen. Der Punkt zwei ist einer meiner ultimativsten Gründe nicht meinem Herzen zu folgen. An diesem Grund festzuhalten lohnt sich am meisten.

3. Was denken die anderen von mir?

Was die Anderen von mir denken ist für mein Da-sein in der Gesellschaft absolut überlebenswichtig. Ich muss schauen, dass andere nur Gutes von mir denken. Ansonsten werde ich einsam sein, gerade wenn ich mal alt bin, werde ich auf Unterstützung durch die Gesellschaft angewiesen sein. Deshalb sollte ich mich so verhalten wie die Gesellschaft es wünscht und anstrengen muss ich mich auch. So stelle ich sicher, dass ich in die Gesellschaft passe und nicht auffalle.

4. Ich bin ein Egoist und nehme keine Rücksicht auf Bedürfnisse meine Familie und Freunde.

Wenn ich das tun will, was mein Herz begehrt werde ich oft als Egoist bezeichnet. Dieser Satz gehört zu meinen Favoriten beim Festhalten. Eigentlich ist es der Hilfreichste überhaupt. Wer diesen beherzigt kann beruhigt sein und hat die Garantie das alles beim alten bleibt.

5. Was ich tun will, kann tödlich enden.

Allgemeine Angst und die Angst zu sterben bei dem was ich tue, steht beim Festhalten nicht ganz zuoberst wie Punkt vier. Ja, die Angst vor dem Sterben wie zum Beispiel bei einem Fallschirmabsprung, beim Bergsteigen oder einem Deltaflug ist allgegenwärtig. Diesen Grund etwas nicht zu tun ist einer der hilfreichsten um am Leben zu bleiben und nicht zu sterben. Egal was ich tue. Wenn ich mich an der Angst zu sterben halte werde ich quasi unsterblich.

6. Meine Altersrente wird zu klein sein um zu Leben.

Die kleine Altersrente kombiniert mit Punkt fünf ergibt den besten Cocktail schlechthin um zu verhindern, das zu tun was mein Herz will. Verknüpfe ich dies kann ich sicher sein, dass ich ewig lebe und dabei genügend Rente beziehen werde.

Also, hier mein Tip: Kombiniere Punkt fünf und sechs zu einem und alles bleibt wie es ist.

Das sind die sechs Gründe weshalb ich Veränderungen verweigere, oder nicht bereit bin den nächsten Schritt zu tun zum Glück meines Herzens. Dabei geht es nicht nur um die grossen Dinge im Leben. Manchmal hindert mich einer dieser Gründe bei jemandem um Verzeihung zu bitten, oder jemandem zu sagen dass sein Verhalten mich verletzt.

Warum ich dennoch den Schritt in ein anderes Leben getan habe, erfährst du hier.

Was hindert dich daran Veränderungen einzuleiten?

Wie gehst du damit um, wenn etwas ansteht?

Nutze die Kommentarzeile um deine Gedanken mitzuteilen und mir und den Lesern Anregungen zu geben. Ich freue mich darauf.

Bis bald Guido


11 Comments

  • Torsten Riemer

    29. Mai 2016

    Hallo ihr beiden, ich lese mit Spannung und Neid eure Beiträge. Die 6 Pkte des Nichttuns beschäftigen mich ebenso.
    Nichts desto trotz backen wir kleine Brötchen in punkto ausbüxen.
    Nächste Woche geht’s mit dem Rad zur Ostsee und dann die Küste lang. Raus aus dem Hamsterrad!
    Viele Erlebnisse euch noch!
    Grüße v. Torsten & Annett

    Reply
  • Ulrich Faust

    29. Dezember 2015

    Lieber Guido!
    Es freut mich von Dir zu hören. Wir beide haben uns zwar nur ein einziges Mal wirklich getroffen (Jokertrail) wo wir uns dann auch kurz unterhalten haben, doch anhand der „modernen Medien“ begleiten wir uns schon länger einander. Hier und da haben wir uns mal was geschrieben. Immer habe ich den Eindruck gehabt, dass du weißt, dass es beim Laufen, was uns verbindet und wir mit so vielen anderen teilen, eigentlich nicht ums laufen geht. Du hattest es schon in deinem Namen ausgedrückt: Soulrunner, wenn ich nicht irre. Es geht um das Leben, es geht um die Begegnung mit dem Leben, um das Berühren des Lebens.Ich glaube wir beide teilen die Überzeugung, dass es beim Laufen und insbesondere beim Trailrunning darum geht, mit sich selbst wieder in Kontakt zu kommen. Dies lässt die Form des Miteinanders was wir gewohnt sind, kaum noch zu. Alle Möglichkeiten dieser Kontaktaufnahme mit mir selber, werden zugekleistert und zugeschüttet damit ich meine innere Stimme gar nicht mehr vernehmen kann.Manche merken das! Du und Rita, ihr habt das gemerkt. Super! Ich freue mich sehr für euch! Denn damit habt ihr die Tür geöffnet, nicht in ein neues Leben zu gehen sondern meiner Ansicht nach, zum eigentlichen Leben zu finden. Großartig auch, dass du das mit deiner Frau gemeinsam erleben darfst, das ist nicht vielen vorbehalten. Ich glaube aber auch, dass alles was ihr jetzt zur Zeit erlebt, nur der Weg zum Leben, zum lebendigen hin ist. Und das ist großartig.Ich bin sicher, (deswegen wünsche ich es euch nicht!) ihr werdet große Erfahrungen machen die durch nichts in der Welt aufzuwiegen sind. So bin ich sehr gespannt auf das was kommen wird an Erzählungen die du hoffentlich hier berichten wirst. Vielen Dank schon jetzt dass du uns daran teilhaben lässt. Wenn euch euer Weg an der Ostseeküste vorbeiführt, seid ihr immer auf unbegrenzte Zeit herzlich in unserem Hause willkommen.
    Herzliche Grüße auch an deine liebe Frau Rita! Ulrich

    Reply
    • Guido

      29. Dezember 2015

      Lieber Ulrich
      Ja es ist richtig. Wir haben uns leider nur einmal getroffen und hatten ein mich bewegendes Gespräch. Der Inhalt von unserem Gespräch ist mir nicht mehr bewusst. Du jedoch und das Wissen dass mir unser Austausch einiges bedeutet hat.Mir wuird in letzter Zeit bewusst dass das was ich tue dazu dient meine Gefühle und Emotionen zu erfahren und diese in Worte zu fassen. Also vor allem eine innere Angelegenheit. Wenn ich etwas tue wie Trailrunning, Wandern oder Radfahren (lange Distanzen) werden diese Aktivitäten zur Transportmittel meiner Erlebnisse.
      Es scheint so, ich wusste das bis vor kurzem nicht dass es auch Menschen gibt die die Reise selber, direkt erleben. Eher extrovertiert und daraus ihre Erfahrungen sammeln.
      Dass Rita und ich gemeinsam darauf brennen weiter ins leben zu gehen ist das grösste Geschenk für mich. So sehr habe ich mir das immer gewünscht und nie aufgehört daran zu glauben, bis ich sie kennen gelernt habe.
      Die Reise an sich wird mein Abenteuer. Diese mitzuteilen und über meine inneren Abenteuer zu erzählen ist das was ich gerne weitergeben würde und werde.
      Ich hoffe dass darin Inspiration, Begeisterung und Freude zu finden ist, so dass möglichst alle Leser ihr eigens Feuer entflammen können und zu leuchten beginnen 🙂
      Wir planen neu eine kleine Schleife nach Usedom um danach nach Rostock zu fahren. Dort gehts dann auf die Fähre nach Schweden.
      Herzliche Grüsse
      guido und Rita

      Reply
      • Ulrich Faust

        29. Dezember 2015

        Das freut mich sehr, herzlich willkommen. Übrigens die Fähre fährt auch bei uns direkt vor der Tür ab. Und ich bin fast sicher, zum günstigeren Tarif!…..aber wir wissen ja, Geld kann man nicht essen….

        Reply
  • Jens

    28. Dezember 2015

    Hey Guido, liebe Rita,

    vielen Dank fürs strukturieren der Gedanken, Ängste, …alles richtig! Die beiden essentiellen Fragen, die mir noch einfallen:

    – warum denken ausgerechnet junge Menschen nur noch in 3.-Säule Modellen, tauschen Rock’n Roll gegen Riester und warum hat die PR-Maschine der Versicherungen einen so durchschlagenden Erfolg? 😉
    – wieviel Geld braucht es konkret im Kreuz, um diese Existenz-Ängste nicht mehr zu haben? 50, 500, 5000 Euro/CHF im Monat? Diese Hopp oder Topp Entscheidung ist mir Vidal‘ zu schwammig. Ich hab meinen Weg in der Teilzeitarbeit gefunden. Absoluter Lebensqualitätssprung. Hätte ich zu Zeiten der Kindererziehung jedoch nicht bringen können.

    Freue mich auf spannende Abende mit euch vor und nach der Ausgebüxt-Tour 🙂 CU

    Reply
    • Guido

      29. Dezember 2015

      Hallo Jens, herzlichen Dank für deine Rückmeldung. Ängste, ich glaube dass dies ein Haupttreiber unserer Gesellschaft ist, und auch eines der grössten Machtinstrumente eine Gruppe Menschen zu steuern. Obwohl ich seit Jahren drüber Kenntnis habe und „darüber“ Rede, laufe ich immer wieder in diese Angstfalle.
      – Das drei Säulen Modell…. hm…. Ist es nicht so, dass unsere Gesellschaft darauf hintrainiert wird in das Arbeits- und vor allem in die Geldproduktionssystem zu passen. Damit wird sicher gestellt dass nicht rebelliert wird. Etwas pseudo Rock’n Roll und ein neues Gadget und wir stecken in der Falle.
      – wieviel Geld braucht es konkret im Kreuz, um diese Existenz-Ängste nicht mehr zu haben? Herzlichen Dank für diese Frage. Diese berührt peinlich. Über Geld und wieviel „man“ hat rede ich nicht so gerne. Nicht nur weil dieses Thema mit viel Tabu belegt ist, sondern weil auch viel Neid und Missgunst ausgelöst wird. Darüber werde ich in den nächsten Wochen einen Artikel schreiben
      CU soon 🙂

      Reply
      • Jens

        29. Dezember 2015

        Guido, ich wollte auch gar nicht von *dir* wissen, wieviel Geld im Kreuz ist 😉 Es geht vielmehr um die Frage, die jeder für sich beantworten muss.

        LG

        Reply
        • Guido

          29. Dezember 2015

          Jens ja klar werde ich mich hüten über mein Kreuz 😉 zu reden. Ich denke dass gerade die peinlichen Fragen und wie man mit genau diesen umgeht den Leser interessieren könnte. Letztendlich wird jeder mit Emotionen bewegt. Mein Wunsch ist, dass jeder Leser, eigentlich jeder Mensch schritte in Richtung seiner persönlichen Freiheit tut.
          Ich bin nun selber sehr gespannt was das schreiben dieses Beitrages mit mir macht.:-) 🙂 CU

          Reply
  • Frederick Schmidt

    27. Dezember 2015

    Lieber Guido, deine Zeilen zu lesen erinnert mich an meine eigene “ mich selber zu finden“ Zeit, zwischen 1999 und 2004 ging ich gefühlsmäßig berserk, ein paar Monate in einem Ashram in Indien und dann noch ein bisschen eigenarbeit zeigten mir meine “ Prägungen“ der ganze geboren sein und Familie Vater, eigenständiger Unternehmer, sozialangepasster Mitbürger und der Rest der scheise!
    Hab Firma verkauft, Schulden bezahlt und mache das was ich will, mit wenig Geld sehr glücklich, alle unsere Ängste sind Universal, wir unterscheiden uns nur mikroskopisch von einander, die Energien die uns prägen sind überall gegenwärtig. Es geht darum zu „sehen“ zu erkennen und es gegen sich selber zu bekennen!
    „The Mind whants to survive“ das ego hatt immer ein ass im rockärmel und spielt es immer gegen dich um zu überleben. Wenn du aber die Wahrheit dir gegenüber sagen kannst hatt das ego die Kraft verloren. Neue Wege zu gehen ist beste für neue Prägungen aktiv zu werden, neue tankegänge geben neue Erlebnisse und neue Egos, haha!
    Viel Glück mein Freund du bist schon am Ziel angekommen aber dein fysischer Körper noch nicht!
    Das ist ungefähr wie der Spruch hier in Schweden, mach „Urlaub in Polen, dein Auto ist schon da“
    Warte mit Spannung auf nächsten Bericht!
    Dein Fred

    Reply
    • Guido

      28. Dezember 2015

      lieber Frederick. Herzlichen Dank für deinen Beitrag. Ich freue mich sehr darüber und bin immer wieder fasziniert wie Menschen wie du bereit sind den Schritt in „Risiko“ zu gehen. Ja, Ashram, Zen Kloster, und innere Arbeit sind wohl ein wesentlicher Beitrag um in dieser „verrückten“ Welt irgendwie klar zu kommen. Jedenfalls führt unser Route zufällig 😉 genau durch deinen Wohnort wenn wir Ende Mai durch Schweden nach Norden Reisen ….
      Rita und ich freune uns auf ein Treffen.

      Reply
      • Frederick Schmidt

        28. Dezember 2015

        Hallo Guido, das ist ja ein sagenhafter Zufall das du nach Falkenberg kommst, herzlich willkommen bei uns, die Tür steht immer offen für euch! Freut uns riesig !!

        Reply

Schreiben Sie einen Kommentar