Project fifty: second strike SPINE RACE: done!

 

Ununterbrochen gehen mir die Bilder des Penine Gebirgszuges welches ich teilweise auf dem sehr anspruchsvollen Penine Way durchlaufen habe durch den Kopf!


Ja! Ich habe das Rennen SPINE CHALLANGER über 171 Kilometer,

bei schwierigsten winterlichen Bedingungen nach 52h20Min als Fünfter beendet. Was für Gefühle, was für Emotionen was für Bilder, was für eine besondere Erfahrung.
NIE! hätte ich vor einem Jahr, als ich die Webseite des Rennens besuchte geglaubt, dass ich zu so einer Leistung fähig bin.
Aufstieg zum Moorland alles gefrohren
Frozen Land km 9
Ich fühle Stolz „ES“ geschaft zu haben! Ich fühle Demut und Sanftmut gegenüber allen die mich dabei unterstützt haben das Ziel zu erreichen. Ich bedanke mich zutiefst bei meinen Laufbegleitern Annabell, Brian  und Eamon, beim Veranstalter und allen Supportern sowie dem Medical Support Team. Der Veranstalter hat das Rennen so sicher wie möglich gestaltet. Nur so war es für mich möglich dieses Rennen erfolgreich zu vollenden.

 

Fellrunning

Fünf Tage sind seit dem Start des Spine Race: 171 Kilometer, gespickt mit rund fünftausend Höhenmetern, durch das Englische Moorland vergangen. Im Juni 2012 habe ich mich halbwegs spontan nach einem coolen Rennen um die Zugspitze angemeldet. Seit dem hatte ich mich auf das Rennen vorbereitet. Nebst dem körperlichen Training muss auch die Ausrüstung stimmen. Ein Kocher, Notbivaksack und Bivaksack oder Zelt, ein wintertauglicher Schlafsack, Liegematte, Verpflegung für zwei Tage und vieles andere mehr muss selber mitgetragen werden. Dies ergibt inklusive zwei Liter Wasser ein minimales Gewicht von cirka zehn Kilo. Die Ausrüstung, die Handhabung des GPS Gerätes hatte ich ausgiebeig getestet und ich habe auch ein SPINE – Trainingswochenende in England besucht. Die ganze Logistik, Laufstrategie, Verpflegung stellen nebst der körperliche Vorbereitung einen wesentlichen Aspekt zum Erfolgreichen Abschluss dieses Laufes dar.

Hochmoor vor Sunsetkm 40

Ob ich das Rennen schaffe fragte ich mich täglich mehrmals. Die Antwort war immer die gleiche: „Ich weiss es nicht. Ich will jedoch wissen ob ich fähig bin einen solchen Lauf zu bewältigen.“

Die ersten Tage im 2012 hatte ich dazu genutzt das Jahr 2012 noch einmal Revue passieren zu lassen und ich habe mir auch überlegt was ich im 2013 erreichen und allenfalls im Leben optimieren will. Dies erläutere ich in einem nächsten Blog.

Im wesentlichen verlief das Jahr 2012 hervorragend, rückblickend sind meine Emotionen dazu sehr angenehm. Ich fühle dass ich vieles gelernt habe. Sportlich sehr, sehr starke und schöne Erlebnisse erfahren durfte und im 2012 auch fähig war zwei sehr schwierige Situationen gewinnbringend zu durchleben. Vor allem habe ich erfahren, dass es viel Menschen gibt die mir wohlwollend gegenüber stehen, ohne dass ich mich dafür verbiegen oder mich schönzureden bräuchte.

Pen y Ghent

Am Samstag 12. Januar 2013 am frühen Morgen um 08h10 rannte eine Meute von runde 50 Personen nach einem kurzen Rückzählen und mit einem Ausrufen der Starts zum 171km langen Lauf „The SPINE CALLANGER“ und zum 436 km langen „THE SPINE RACE“ in Edale durch eine schmale Gasse los, um sich in ihr grösstes persönliches Abenteuer zu begeben. Das Rennen trägt den Übernamen „the most brutal race of greatbritain“

50 Abenteurer vor dem Lauf ihres Lebens
Kaum sechs Kilometer Später laufen wir durch eine gefrorene vom Wind gepeitschte Hochmoorlandschaft. Genau das wollte ich erleben, deshalb war ich hier! Wahnsinn, absoluter Wahnsinn! Die Landschaft, geprägt durch den Frost erscheint teilweise surreal unwirklich als hätte jemand mit einem Puderdose alles weiss besprüht. Wir durchstreifen Täler, gesäumt von Seen und Staudämmen, Wasserfälle, Flüsse, steile Steigungen und Abstiege immer darauf achtend genügend zu essen und zu trinken. Dauernd in Bewegung zu sein ist überlebenswichtig. Kaum stehen wir mehr als zwei Minuten rum beginnen wir zu frieren.
Medic Tent bei KM 130 (Tagaufnahme)

Gelegentlich treffen wir auf Supportteams welche uns anfeuern, Wasser reichen und unseren Durchgang an dem betreffenden Punkt dokumentieren. Nur so kann sichergestellt werden dass die Organisatoren wissen wo sich jeder Läufer befindet.

Beim Medic Tent: Nachts 2h30Min

Nach langen, von Freundschaft und Kameradschaft geprägten 52,5 Stunden hatte ich die sehr schwierige, von Frost, Schneesturm aber auch von Sonne und Wind geprägten Strecke das Ziel in Hawes durchschritten.

Aufstieg Pen y Grent mit Eamon

Nebst dem dass wir mit dem Wetter, den schwierigenWegverhältnissen und der herausfordernden Orientierung zu schaffen hatten, bestand der Tag aus 16 Stunden Finsternis. Jeder Teilnehmende musste natürlich auch mt seinen eigenen Hochs und Tiefs und seinen inneren Geistern klar zu kommen.

Die letzten Meilen to go

Auf der 171 km Strecke gab es bei Kilometer 75 einen Verpflegungsposten. Bei Kilometer 130 stand im Gebirge ein Zelt, wo sich die Läufer medizinisch versorgen und etwas aufwärmen konnten. Die 436 km lange Strecke verfügt total über fünf Checkpoints. Das bedeutete für uns Läufer, dass wir mindestens zwei Liter Wasser und Verpflegung für zwei Tage dabei haben mussten.

3 Miles to go
Hawes
Merke: wenn du das Ziel siehst bist du lang noch nicht dort.

Ich bin überglücklich nach über 6 Monaten intensiver Vorbereitung,  das Ziel in Hawes,  das Ziel des SPINE CHALLANGERS erreicht zu haben! Ich möchte diese Freude teilen. Im 2012 wurden die drei grossen Rennen welche ich bestritt oder bestreiten wollte aufgrund von „schlechtem“ Wetter verkürzt oder abgebrochen. Es war tatsächlich so, dass am SPINE das Rennen da anfing wo die anderen Veranstalter ihre Rennen gestoppt oder abgebrochen haben. Gut für mich!

1 Mile to go

Die intensivste Erfahrung war die Anteilnahme meiner zwei Laufpartner, während dem ich mich in grossen Motivationsschwierigkeiten befand.  Im richtigen Augenblick haben sie mich unterstützt weiter zu gehen und mir ihre persönliche Wertschätzung entgegengebracht und mir zu versehen gegeben, dass ich „dazu“ gehöre und ich für sie wichtig bin. Was für eine Erfahrung! Für dieses intensive Erlebnis bin ich sehr dankbar, sie verändert meine Wahrnehmung der Welt nachhaltig. Als nichts mehr ging hat mir Brian Mullen, meine Weggefährte während gut 150 Kilometer, mit einer Koffeintablette geholfen meinen Geist wieder zu erhellen! Und es ging weiter!

SPINE CHALLANGER
DONE!
Heros für eine Stunde. Mit Eamon

Wir haben nachts Berge bestiegen, wir haben hunderte Zäune überstiegen, uns in weglosem Gelände mit dem GPS den richtigen Weg gesucht, aufeinander gewartet, miteinander geschwiegen und gesprochen, gefroren und geschwitzt. Wir haben bei Minusgraden ein paar Stunden in einem engen Zelt zusammen geruht um um 2 Uhr Morgens weiter zu gehen. Wir haben zusammen über die schwierigen Wege geschimpft uns danach gesehnt endlich das Ziel zu erreichen, wir haben geteilt was wir dabei hatten und wir haben uns gegenseitig mit unseren ureigenen Begabungen beschenkt!

ÄUSSERLICHKEITEN:
ein Hauch der Wirklichkeit
Worum es wirklich geht:
In mir brennt ein Feuer, ein Feuer das dafür brennt, dass wir Menschen uns unseren Träumen zuwenden, sie lebendig werden lassen, sie auch denn realisieren, wenn sie uns und anderen als unmöglich und unrealistische zu scheinen.
Glaube daran! Es zu erreichen ist möglich!
Es gibt auch Menschen die bereit sind dir zu helfen!
 
Eines zählt:
Tue den ersten Schritt darauf zu, dann noch einen, noch einen, noch einen…
und ja, es steht nirgends geschrieben dass es einfach sei…..

gh2013


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