vom Traum die Sahara zu erlaufen zum Rheinburgenweglauf mit Tom Eller

Mann war das ein Lauf am Wochenende! schmale technisch anspruchsvollste Trails ohne Ende, Felsen, Schluchten, Berge, auch ein paar Kilometer Asphalt. Diese waren bedeutungslos….

Die Erde, die Erde wie sie sich zeigt widerspiegelt das Leben und die Welt in der wir leben. Unser Leben verläuft genau so.

wie wir uns auf der Erde bewegen, wie wir darauf gehen, laufen, darauf fahren, sie erfahren wollen, was wir an der Erde bewundern, was wir nicht mögen oder von ihr vielleicht sogar emotional abspalten, nicht sehen wollen oder verachten.

Das Leben in einer emotional neutralen Welt ist wie ein Spaziergang auf dem Gehsteig. Ich gehe dahin, sicher vor Schmutz und Staub. Vom sauberen Gehsteig aus kann ich die Natur betrachten. Sie erfahren, erleben kann ich nur wenn ich den Gehsteig verlasse.

Wie sehr ich die Welt, meine Welt wie ich sie sehe und sie erlebe, ihr erlaube mich zu berühren, da zu berührt zu werden, da wo keine Trennung zwischen innen und aussen vorhanden ist, da zeigen sich meine körperlichen und emotionalen Reaktionen.
Die Erfahrung der Welt erlebe ich mit tiefgreifenden und starken Emotionen wie meine Trailruns über die Pässe und Gipfel, sowie abtauchend in tiefe Täler und Schluchten. Beim durchleben der Tiefs krable ich oftmals einen Aufstieg suchend herum bis sich ein Aufstieg anbietet, ich diesen Pfad begehe um dann wiederum berührt zu sein über diese imense Vielfältigkeit der Welt

Nun will ich den Rheinburgenweg http://rheinburgenweg.wordpress.com/ mit Tom Eller laufen, erleben und emotional fühlen. Am Lauf über rund 110 km und etwa 4000 Höhenmeter Westlich des Rheins werden neunzehn Personen teilnehmen, gemeinsam von Koblenz gegen Süden nach Bingen laufen.

 

In letzter Zeit begreife ich, dass ich mein Leben so lebe wie auf einem Trailrun, manchmal, sehr selten auf einer Autobahn, oft mit dem Rad auf Strassen und sehr gern zu Fuss auf ungepflasterten Wegen, noch besser auf schmalen, bergigen Pfaden. Das diese Art zu leben nicht jedermanns Sache ist lerne ich langsam zu begreifen. Autobahnen und Landstrassen sind wesentlich bequemer.

Wie stark konditioniert ich bin, Unangenehmes, Täler  und Wüsten des Lebens nicht zu mögen, Schmerzen, seelische Schmerzen nach wie vor nicht lieben kann weil mein Selbstschutzsystem sich schützend davor stellt, erlebe ich jeden Tag. Hier besteht nach eine Differenz zwischen zwischen der Erfahrung beim Laufen und meiner emotionalen Präsenz.

 

Autobahnen stehen in meiner Welt für Tempo, der Natur abgewandt, bequem zwar aber mit wenig Kontakt zur Natur. Landstrassen versprechen und haben mehr Kontakt zur Umwelt sind dennoch dem Menschen nicht nahe, entsprechen nicht seiner Natur.

Der Mensch ist ein Fussgänger. Vor noch nicht allzu langer Zeit lief der Mensch 20 bis 30 Kilometer täglich. Seit dem hat sich der Mensch physisch sehr wenig verändert. Es ist die intensivste natürlichste Form des Menschen mit der Erde in Kontakt zu treten. Schritt um Schritt die Erde berührend mit ihr in direktem Kontakt zu gehen sie zu erlaufen.

 

Ein paar Stunden noch und dann gehts los auf dem Rheinburgenweglauf…………..


5 Comments

  • Guido

    14. März 2011

    Hallo Gerd
    Danke. Jetzt nach dem Lauf… ja es war einfach genial. Aber die letzten 10 km waren echt be—eindrucken, tiefgehend…… bin glücklich und stolz nach drei Versuchen die 100k geschafft zu haben…
    Liebe Grüsse
    Guido

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  • Gerd

    13. März 2011

    Einfach nur schön!
    Genieße es.

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  • Guido

    11. März 2011

    Hallo Tom Hallo Steffen
    Wie direkt mein verhalten auf der erde etwas mit meiner welt, so wie ich sie wahrnehme wird mir mir in den letzten wochen eindrücklich bewusst, obwohl mir dies mental bekannt ist.
    mit menschen zusammen unterwegs zu sein die das gleiche erfahren / erleben freut mich sehr und begeistert.
    auf den trails sind wenige läufer unterwegs, wenn ja kreuzt mann oder frau sich auf einem einsamen grat und hat ein paar minuten um sich auszutauschen. scheu wie der wind laufe ich oft weiter den kontakt vermissend der entstand auf dem windigen kamm.
    ich bin wirklich erfreut gleichgesinnte kennen zu lernen.

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  • Steffen

    11. März 2011

    Lieber Guido, aber auch lieber Tom,
    eure Zeilen spiegeln beide wunderbar UNSER Leben als Trail- und Ultraläufer wieder! Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

    Nur wer die Täler kennt weiß die Gipfel zu schätzen!

    Bis Morgen ihr beiden, ich freue mich schon sehr,
    Steffen

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  • marathonundlaenger

    11. März 2011

    Von der Autobahn des Lebens auf die Trails. Lieber Guido, das ist eine gute Beschreibung auch meiner seelischen Situation, gerade zurzeit, wo viele Winde um mich wehen.
    Da sind angenehme Winde dabei, die mich glücklich machen und motivieren, es sind aber auch Gegenwinde dabei, wegen derer ich mir stets sagen muss, dass es ein Geschenk des Lebens ist, diesen trotzen zu dürfen, trotzen zu können.

    Trailrunner sind eben andere Menschen als 5K Bahnläufer. Wir wissen, dass es auf und ab geht, dass die Wege mal breiter, mal schmaler sind.

    Des Lebens Sinn, zumindest dem Sinn, den das Leben für uns macht, kommen wir auf diesen Trails recht nah.

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