Abenteuer „Wüste“

Ich benenne die 100k del Sahara als Abenteuer. Sind diese 100k wirklich ein Abenteuer? Oder ist der Lauf eine Projektion meines nicht gelebten Abenteuers in meinem Alltag.

Um ehrlich zu sein wohl etwas von beidem-

Der Lauf wird für mich ziemlich sicher zu einem einmaligen Erlebnis. Ich werde an meine Grenzen kommen. Sowohl emotional als auch mental, sicher  auch körperlich. Das Wetter, sollte sich dieses so verhalten wie im Programm beschrieben, nämlich nicht vorhersehbar dann kann ich mich auf kalte Nächte, Sandsturm oder -stürme sowie Temperaturen weit über dreissig Grad Celsius und nahe am Nullpunkt einrichten. Dies wird meine persönliche Grenzerfahrung. Beim Gedanken daran fühle ich Angst, Respekt und Zweifel. Mute ich mir zu viel zu?

Aber ist dies ein Abenteuer? Unter einem Abenteuer verstehe ich …….
eine Lebenssituation in welcher ich nicht weiss was im nächsten Augenblick geschehen wird. Ich bin in einen Strudel aus sich aneinander reihenden unabsehbaren Ereignissen, welchen ich vermeintlich aus mir innewohnenden bewussten oder unbewussten Gründen folgen muss, mich vermeintlich nicht entziehen kann. Ich habe mich vorgängig in eine Situation gebracht, welche die nachfolgenden Schritte selbstredend voraussetzten, um das aus meiner Sicht wichtige Ziel (zum Beispiel überleben) zu erreichen.

Diesem Ziel gebe ich einen Wert, einen persönlichen von mir mit tiefen Emotionen verbunden Wert. Würde ich dies unterlassen würde sich das Abenteuer auflösen, die Spannung zwischen meinem gegenwärtigen Zustand und dem mit Emotionen verbundenen Wert dem ich meinem Ziel beimesse innerhalb einer Nanosekunde auflösen. Und ich würde spannungslos den nächsten Schritt unternehmen, welcher natürlich auch aus einem Spannungsunterschied vollzogen wird.

Insofern ist mein ganzes Leben ein Abenteuer, kann ich doch niemals vorausahnen was mir der nächste Augenblick in meine Erfahrungswelt bringt. Wäre ich wirklich von Augenblick zu Augenblick wachsam in der Gegenwart präsent könnte ich erkennen, dass jeder Augenblick neu ist, einzigartig nicht voraussehbar. Ich würde zutiefst erfahren dass ich jederzeit und überall ein Abenteuer erlebe, hätte nicht das Bedürfnis mir in der Wüste Tunesiens ein Abenteuer abzuholen…..

Wollen wir Menschen, will ich mich nicht einfach lebendig fühlen, mich jederzeit meiner Präsenz auf dieser Erde bewusst sein, erfahren dass ich jetzt lebe, nur jetzt. Nicht im Gestern oder im Morgen.

 

Ein Traum
 

wehende Gedanken
jenseits der Gegenwart
verpasster Augenblick
die Seele sich nicht anderes wünscht
die Erde zu berühren
zu wissen wie es ist
hier zu sein
alles zu fühlen
jede Erfahrung mich näher bringt
bis die Erkenntnis strahlend leuchtet im Morgenrot
ich bin angekommen


2 Comments

  • Guido

    22. Dezember 2010

    Hallo Marco, fühl mich erkannt! Danke. Mir wird langsam klar, dass wenn sich Verstehende nicht zusammen sprechen, sie sich unter Umständen nicht erkannt fühlen, und denken dass niemand ähnlich tikt wie sie selbst

    Zumindest ist bei mit die Gefahr gross, da ich eher wenig erzähle und in Kontakt mit anderen gehe. Nun mit dem Blog habe ich mal einen Schritt getan. LG Guido

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  • Marco

    22. Dezember 2010

    Ach…. mal wieder wunderschön geschrieben und in allen Punkten gehe ich mit dir konform.

    Wir sind eben Soulrunner! BASTA … die verstehen sich Blind! 🙂

    LG
    Marci

    Reply

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